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Er wollte sie wiederküssen............. Gedicht

Veröffentlicht auf von g. Weber

Ein männlicher Briefmark erlebte
was schönes, bevor er klebte.
Er war von der Prinzessin beleckt.
Da war die Liebe in ihm erweckt.

Er wollte sie wiederküssen,
da hat er verreisen müssen.
So liebte er Sie vergebens.
Das ist die Tragik des Lebens!

(Joachim Ringelnatz)

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Was wird passieren, wenn jeder es weiß ... Geschichte

Veröffentlicht auf von g. Weber

Es merkt noch niemand

Es merkt noch niemand,
es fällt zwar schwer,
doch noch ist es zu verbergen.
Weiß`nicht wie lange noch,
bis es sich so ergiebt,
dass jeder weiß, das es so ist.
Ich geb`mein Bestes,
stets und ständig.
Der Körper will bald nicht mehr.
Was wird passieren,
wenn jeder es weiß,
werd ich dann einsam oder gar verstoßen.
Die Angst treibt mich,
Höchstleistung zu erbringen,
das Gesicht zu wahren,
das Image aufrecht zu erhalten.
Doch es wird kommen,
der Tag der Wahrheit und ein
jeder wird es dann erfahren.
Was los ist heut mit mir,
da werden sie staunen und sich fragen,
wie lange schon, wie lange noch.
Wie werden sie reagieren,
wenn sie erfahren das ich diese,
ja diese,
ach Gott, jetzt hab ich`s vergessen,
welche Krankheit ich hab.
Kroatien 452

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Ermattet lag ich kurz nach Mittag in meiner Wohlfühl-Oase, im Blumentopf.

Veröffentlicht auf von g. Weber

4230700445_79675ce758.jpgEdi die Eintagsfliege -


Hallo, ich bin Edi,
die Eintagsfliege. Den heutige Tag möchte ich Euch jetzt schnell schildern.
Ich bin eine Eintagsfliege. Eine Frühgeburt. Um halb 4 Uhr in der Früh, erblickte ich das Licht der Welt.
Es duftete nach Erde nach grüner Natur. Diese Naturverbundenheit hat mich bis jetzt nicht losgelassen.
Es war im Blumentopf.
Ich war nicht alleine viele, sehr viele hatten den gleichen Geburttermin.
Es wimmelte von Spielkameraden. Schon nach einigen Minuten die ersten Flugversuche.
Abstürze. Wieder hinauf. Dann die Lerneinheiten von den Großen dazwischen. Öde.
In den Pausen Ausflüge mit den Kumpels. Wir wagten uns an die gefährlichsten Stellen, holten Futter und Getränke. Hatten unseren ersten Rausch auf einem Zwetschkenkern. Eine unbeschwerte Zeit.
Es war später Vormittag, wir waren wie Halbstarke unterwegs, da tauchten Sie auf.
Die Erikas, die Monas, die Sigrids ach Gott, dünne, dicke, große, kleine, gescheite, dumme alles mögliche.
Viele um schwirrten uns.
Uns wurden die Köpfe verdreht. Besser gesagt wir schwebten im siebenten Himmel. Fanden aus einer gewissen Hirnblockade nicht mehr heraus. Machten ein Abenteuer nach dem Anderen um den Mädchen zu imponieren.
Kleinere Unfälle waren an der Sekundenordnung.
Es war die anstrengendste Mittagszeit meines Lebens.
Ermattet lag ich kurz nach Mittag in mein Wohlfühl-Oase, im Blumentopf.
Den Naturduft um mich. Da flog Sie vorbei. Eine Eintagsfliegenengelchen. Eine Königin in meinen Augen.
Sie setzte sich auf meinen Lieblingsplatz der Oase und blinzelte mir zu. Sie hieß Finni.
Ich war hin und weg. Den Rest des Lebens will ich mit Ihr verbringen.
Schon stand ich auf, umflog die Pflanze, machte einen Looping vor Ihren Augen und setzte mich zu Ihr.
Wir redeten, teilten unser Futter, unser trinken. Nach ein paar Sekunden teilten wir alles miteinander.
Die Eintagsfliegenfrau für`s Leben.
Am späten Nachmittag stand unser Hochzeitflug an. Ich denke wir waren sehr nervös.
Die vielen Zuschauer. Aber es gelang alles, wie wir uns wünschten.
Um 6 Uhr hatten wir schon unsere ganze Familienplanung abgeschlossen.
Die ganzen Vorräte für die Pension hatten wir um halb Acht Uhr bei einander.
Gerade rechtzeitig mit Chips beim Hauptabend-Programm gemütlich im Blumentopf vor dem Fernseher bequem, in Stille beieinanderliegend. Der Film dauert eineinhalb Stunden. Die Zeit vergeht, wir werden alt.
Die Beschwerden, das Kreuz, die Beine. Ach auch die Erdanziehung wird mit dem Alter immer stärker.
Na, ja. Was soll`s. Wir haben ja uns.
Knapp vor Mitternacht unser letzter gemeinsame Ausflug. Wir flogen zu unserem Lieblingsplätzchen.
Wir genossen die Sterne, den Mond der beim Fenster herein leuchtete.
Es war der letzte Flug.
Ich konnte meine Flügel nicht mehr bewegen. Bei Finni ging gar nicht`s mehr.
Ich halt Sie nun im Arm.
Es sind nur mehr Minuten mein heutiger Tag. Die Zeit wird knapp.
Das war`s nun. "Mein Tag" und Tschüss.

Edi die
Eintagsfliege

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"Mir ist so kalt"

Veröffentlicht auf von G. Weber

"Mir ist so kalt"

Mir ist so kalt.

Ach, dieser Abend mit Angie war toll.

Wir hatten viel Spass. War ein tolles Lokal. Die Musik, das Publikum, alles war okay.

Ein richtige femme fatal Duo, waren wir zwei.

Aber ach, mir ist so kalt.

Oh, mein Kopf, nicht auf dem weichen Kopfpolster geschmiegt, nein. Liegt hart auf dem Asphalt?

Was ist passiert?

Wo bin ich?

Ach, wenn mir nicht so kalt wäre.

Schön langsam, nach dem Schock, kommt mir die Besinnung wieder.

Das Auto, der Nebel, die laute Musik. Der Alkohol. Ein grelles Licht.

Ach Angie, was ist passiert?

Meine Augen schweifen, aber mir ist so kalt.

Ach Gott, in einiger Distanz, wegen dem Nebel, nicht gut zu erkennen.
Ein Körper. Er hängt am Zaun, ein Torso. Man erkennt nur den Rücken, die Füße.
Angie. Mein Gott. Angie. Arme Angie, es hat dich erwischt.
Am Zaun aufgepfählt. Man sieht nur schlecht, der Nebel.
Arme Angie...
Mir ist schlecht, mir wird immer kälter. Ich halts nicht mehr aus.
Wie wenn das Blut gefriert.
Die Augen schweifen weiter, ich bin so müde.
Da, das Auto, am Dach liegend. Demoliert. Die Türe offen.
Die Kälte, warum ist es so kalt? Mir ist so kalt. Ich fühl mich so schwach.
Eine Gestalt, bei der offenen Tür, sie sucht im inneren des Auto.
Da zieht die Gestalt ihren Körper aus dem Auto.
Dreht sich um.
Oh mein Gott, mein Gott. Angie? Angie? Du!
Ich kann mich nicht mehr entsetzen. Mir ist so kalt, so müde.
So endlos müde.
Ich schließe meine Augen zu.

G. Weber (nacherzählt, auf Basis einen sehr guten Kurzfilms)

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Die Leiche im Fluss

Veröffentlicht auf von G. Weber

Die Leiche im Fluss

Seit Tagen Hochwasser, reißende Bäche. Hochstehende Wasserstände in den Flüssen.

 

Es ist frühmorgens. 5.30 Uhr.

Befinde mich am Weg zur Arbeitsstelle.

Nebel hängt im Tal. Die Berge sind mit Wolken verhangen. Düster sieht man ein wenig den See.

 

Beim See-Einlauf der reißende, braungefärbte, hochstehende Fluss mit seiner Mündung in den See. Die Wassermassen bewegen sich schnell in Richtung der Mündung.

Weiße Gischt, viele Wellen, sehr unruhig ist der Fluss.

 

Ich fahr über die Brücke, blick in Richtung See. 100 Meter flussabwärts schwimmt etwas an der Oberfläche. Braun, länglich, ca. 2 Meter lang, etwas aufgeblasen wirkend, hin und her schaukelnd.

Was ist es?
Ist es ein Torso? Ein Mensch?
Schon in diesen Moment ist es verschwunden. Von den Wellen erfasst und nach unten gezogen. Nicht mehr zum Vorschein kommend.

Was war es? Habe ich mich getäuscht? Soll ich zurückfahren?
Kann ich überhaupt noch was machen?

Mein Gott.....

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DIE ZWEI - gefürchtet weit und breit

Veröffentlicht auf von G. Weber

DIE ZWEI - gefürchtet weit und breit

Vorweg genommen es handelt sich um keine zweibeinigen, sondern um vierbeinige Katzen.

Die zwei Katzen lebten in einer Sackgasse, bei zwei sehr netten großen Familien in zwei kleinen Einfamilienhäusern.
Sie waren sehr kluge Tiere. Sehr gehorsam, anschmiegsam und sie waren Katzenfreundinnen.

Wie es die Familien wollten, wollten sie auch große Familien.
Und so kam es, dass eine der zwei Katzen, Junge bekam.
Sie behüttete und versorgte die Jungen so gut sie es konnte.

Für die beste Freundin hatte sie weniger Zeit. Aber diese blieb ihre Freundin.

Eines Tages saßen sie auf der Straße vor dem Haus. Die Straße, ein beliebter Spazierweg.
Es kam ein junges Ehepaar mir ihrer Collie-Hündin, ohne Leine, die Straße entlang.
Die junge Katzenmutter spitzte die Ohren. Ihre Jungen waren gleich ums Eck und spielten. Die Collie-Hündin lief bellend entgegen.

Der Schweif der Katzenmutter stellte sich auf, wurde ganz buschig.
Die Collie-Hündin war nur mehr ein paar Meter entfernt.
Die Katze stürmte los, direkt auf die Collie-Hündin zu. Diese erschrack, hielt einen Moment inne.
Drehte um und lief zurück.
Von der Seite kam die Katzenfreundin aus einem Gebüsch hervorgesprungen. Die Collie-Hündin wich zur Seite aus.
Die Katzenmutter hatte die Collie-Hündin fast erreicht, sprang los, genau auf den Rücken der Collie-Hündin.

Diese rannte jaulend davon. Wie ein Rodeoreiter saß die Katze auf dem Rücken, danebenlaufend ihre Katzenfreundin. Nach ca. 50 Metern, war der Ritt zu Ende. Sie sprang herunter und ließ die Collie-Hündin laufen.

Neben einander, noch etwas aufgeregt, gingen die zwei Freundinnen, mit einem Gesicht der Enschlossenheit, zu ihren Jungen zurück.

Glauben sie mir, die Geschichte wiederholte sich, mit einem Schäfer, einem Boxer. Kein Hund hatte eine Chance.

Nur ein abgerichteter Jagddackel hatte die Courage nicht davon zu laufen,
es erging ihm aber nicht allzu gut.

Die Zwei, so lieb so nett und fürsorglich ihr Wesen, so gefürchtet waren sie weit und breit.

`G. Weber

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ICH HAB DICH SO LIEB

Veröffentlicht auf von G. Weber

Ich hab dich so lieb!

Ich hab dich so lieb!
Ich würde Dir ohne Bedenken,

eine Kachel aus meinem Ofen.

Schenken.

 

Ich hab Dir nichts getan,

nun ist mir trauig zu Mut.

An den Hängen der Eisenbahn.

Leuchtet der Ginster so gut.

 

Vorbei -- Verjährt --
doch nimmer vergessen.

Ich reise.

Alles, was lange währt.

ist leise.


Die Zeit entstellt alle Lebewesen.
Ein Hund bellt.
Er kann nicht lesen.
Er kann nicht schreiben.
Wir können nicht bleiben.

Ich lache.
Die Löcher sind die Hauptsache in einem Sieb.
Ich hab dich so lieb.

(Joachim Ringelnatz)

 

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Wahre Freunde - (Ludwig II von Bayern)

Veröffentlicht auf von G. Weber

Wenn jemand schlecht von deinem Freunde spricht,
und scheint es noch so ehrlich, glaub ihm nicht!
Spricht alle Welt von deinem Freunde schlecht,
mißtrau der Welt und gib dem Freunde recht!
Nur wer standhaft seine Freunde liebt,
ist wert, daß ihm der Himmel Freunde gibt.

(Ludwig II. von Bayern)

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