Nun häng ich da, an zwei Hacken, links und rechts festgeklammert. (kurze Geschichte)
ONE DAYNun häng ich da, an zwei Hacken, links und rechts festgeklammert.
Triefend naß.
Gerädert vom Ablauf des Tages. Geläutert; trockne und ruhe mich aus, für morgen.
Wenn ich zurückdenke, hat der Tag so gut angefangen.
Frühmorgens aufgewacht, erblickte ich das Licht durch einen Schlitz. Sah der aufgehenden Sonne direkt in`s Gesicht.
Ein junger Mann nahm mich heraus aus dem Schlitz, ich, frisch gedruckt, glatt, einfach neu. Er sah mich an, lächelte und steckte mich zu vielen anderen Artgenossen. Mein neues Zuhause, aus feinstem Leder, wohlriechend, mit vielen Freunden eng unschlungen. Wunderschön.
Doch schon nach kurzer Zeit, nahm mich der Mann heraus. Ein Zeitungsjunge nahm mich hart, schob mich in seine Hosentasche. Oh Graus. Ein benutztes Taschentuch. Ein Schlüssel.
Mir ist ganz übel wohl zu mut.
Gott sei Dank, bin ich alleine und niemand sieht mich in dieser Not.
Doch schon kurz darauf, kam ich wieder hervor und wandere zu einer Frau mit einem Lachen im Gesicht.
Sie nimmt mich, streift mich gerade und schon klemmt Sie mich in einen Kasten hinein, zusammen mit meinen gleichartigen Brüdern. Eng auf Eng mit meinen Brüdern. Anders wär`s schöner.
Dann geht es los, "kling" hör ich und seh das Licht, "kling" es wird wieder dunkel, das wiederholt sich, wieder und wieder. Die ganzen Stunden hindurch.
Ich glaub bald brauch ich einen Psychater.
Kurz nach Mittag bin ich erlöst, eine Frau steckt mich in eine Lederhandtasche.
Um mich herum sehr dunkel und viel Kram, aber ich fühl mich wohl und mach ein kurzes Schläfchen.
Am Abend werd` ich geweckt. Ganz leise öffnet sich die Handtasche, eine Hand
holt mich hervor und steckt mich schnell in seine Jackentasche.
Ein Mann, vielleicht der Ehemann?
Es geht mir gut, doch etwas viel Parfüm umnebelt meine Sinne.
Ich hör das Auto, wir sind unterwegs, bleiben stehen. Durch einen Spalt seh ich ein Lokal, sehr groß, grell und hell, in rot beleuchtet. Vielleicht ne`Bar?
Wir gehen hinein. Musik, Rauch liegt in der Luft.
Nach langer Zeit werde ich hervorgeholt, unterm Tisch mit meinen Brüdern zusammengelegt und durchgeblättert, wahrscheinlich gezählt zusammengelegt und wieder eingesteckt.
Gemurmel, Musik, Gelächter helles Kreischen. Was ist los?
Oh Schreck, erholt mich hervor. Eine Zigarre im Mund, nimmt er mich und einen meiner Brüder heraus. Oh je, er will mich anzünden!
Er faltet mich und meinen Bruder längs zusammen...das Feuer kommt näher.
Im letzten Moment nimmt er mich weg. Mein Bruder geht in Flammen auf, lichterloh.
Er war das Opfer einer Zigarre.
Trauig, steck ich wieder im Sakko. Ab und zu kommt eine verschwitzte Hand zu mir. Kontrolliert er mich?
Später geht`s nach Hause. Ich hör das Auto. Wechsle vom Sakko in die Hose.
Und schon ist`s ruhig. Nur eine Frau schimpft mit meinem Herrn. Der verstummt.
Die Hose wird ausgezogen und schon wandert sie in eine Maschine.
Muffelig ist der Geruch. Igitt, schmutzige Wäsche.
Lärm ertönt, schon dreht sich alles rund um mich. Von oben prasselt heißes Wasser auf uns nieder, 3 mal muß ich mich übergeben und zum Schluß noch eine Wahnsinnsfahrt im Kreis.
Mir reichts ich bin gerädert. Es zieht mich jemand, aus der Hose, heraus, schaut mich überrascht an und hängt mich auf, links und rechts mit einer Wäscheklammer auf einer Schnur. Da häng ich nun und träum "im nächsten Leben werd ich kein Geldschein mehr, vielleicht ein Goldstück, ein Schmuck?".
Träumen darf man ja?
G. Weber
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