Die letzte Bootsfahrt
Die letzte Bootsfahrt
Frühmorgens, unterwegs zu unserer Bootsfahrt. Wie schon so oft.
Mein Bruder, seine zwei Kinder (mittleren Alters) und ich.
Lustig, gut aufgelegt, fahren wir mit dem Auto den Flußlauf entlang.
Es hat die letzten Tage sehr viel geregnet. Der Fluß hat einen hohen Wasserstand.
Aber heute, Sonnenschein und wir sind ja keine Anfänger.
Wir sind angekommen. Das Schlauchboot wird startklar gemacht. Die Kinder bekommen Schwimmwesten.
Und schon gehts los. Wunderbar.
Die Fahrt beginnt sehr viel schneller als sonst. Das Wasser fließt sehr schnell.
Die Fahrt geht schnell, aber ruhig dahin. Wir müssen steuern, nicht paddeln.
Etwas konzentrierter als sonst, aber mit jeder Menge Spaß fahren wir dahin.
Zweidrittel haben wir schon geschafft. Es sind nur noch zwei harmlose kleine Schwellen und der ruhige Teil bis zur Stadt zu fahren.
Die Schwellen, mit eingebauter Rutsche, sind nur mehr 150 Meter entfernt.
Da hört man es schon. Ein ziemlich lauter, tiefer Ton. Gleichmäßig.
Wir schauen uns gegenseitig an. Sollen wir an Land paddeln?
Oh nein, wir sind die Strecke schon oft gefahren. Es kann nur harmlos sein.
Das Boot wird schneller. Wir kommen näher.
Da sehen wir es. Eine weiße Gischt, Wellen, sehr hoch und 400 Meter nur weiße, aufgeschäumte Gischt.
Wir können nicht mehr zurück. Es geht über die erste Schwelle. Wir sind 100 % konzentriert. Das Boot beschleunigt auf die dreifache Geschwindigkeit.
Am Ende der Rutsche wird es hochgeschleudert. "Alles festhalten".
Das Boot springt fast bis zur zweiten Schwelle. Angst in den Augen der Kinder.
Wir fahren über die zweite Schwelle, Schreie der Kinder, Lärm, Getöse.
Das Boot stellt sich quer. Es wird von der Rückschlagwelle erfaßt....
Wir versuchen mit dem Paddel, aus dem Strudel heraus zu kommen.
Das Paddel bricht. Die Kinder klammern sich ans Boot. Mein Bruder wirft alles über Bord und schreit: "Wir müssen springen!". Ich schreie: "Nein" und rufe um Hilfe.
Bei diesem Lärm aussichtslos.
Das Boot wird immer tiefer in den Fluß eingetaucht. Es wird nur mehr Augenblicke dauern.....
Innerhalb von Sekunden, denkt man, "hoffentlich springt, oder wirft es kein Kind in den Fluß. Dann muß man hinein, dann gibts keine andere Möglichkeit. Man hat die Verantwortung. Hoffentlich nicht." "Das Leben läuft innerhalb von Bruchteilen von Sekunden im Kopf ab" und immer wieder Schreie und hoffentlich muß man nicht hinein in die Gischt. Man ist kein guter Schwimmer.
Gleich, man spürts wirds passieren.
Da gibt es noch einen Ruck und das halb versunkene, starr liegende Boot schießt aus dem Wasser, talwärts auf den hohen weißen Wellen dahin.
Mit den Händen versuchen wir Richtung Ufer zu paddeln. Nach 300 Meter haben wir es geschafft. Wir ziehen mit letzter Kraft das Boot an Land.
Alle sind wir uns einig. Mit dem Boot fahren wir nicht weiter.
Wir tragen das Boot die letzten fünf Kilometer zum Auto. Ziemlich schweigsam.
Geschockt, gehen wir dahin.
Ich denke, wir werden alle eine längere Zeit keine Bootsfahrt mehr machen.
G. Weber
Frühmorgens, unterwegs zu unserer Bootsfahrt. Wie schon so oft.
Mein Bruder, seine zwei Kinder (mittleren Alters) und ich.
Lustig, gut aufgelegt, fahren wir mit dem Auto den Flußlauf entlang.
Es hat die letzten Tage sehr viel geregnet. Der Fluß hat einen hohen Wasserstand.
Aber heute, Sonnenschein und wir sind ja keine Anfänger.
Wir sind angekommen. Das Schlauchboot wird startklar gemacht. Die Kinder bekommen Schwimmwesten.
Und schon gehts los. Wunderbar.
Die Fahrt beginnt sehr viel schneller als sonst. Das Wasser fließt sehr schnell.
Die Fahrt geht schnell, aber ruhig dahin. Wir müssen steuern, nicht paddeln.
Etwas konzentrierter als sonst, aber mit jeder Menge Spaß fahren wir dahin.
Zweidrittel haben wir schon geschafft. Es sind nur noch zwei harmlose kleine Schwellen und der ruhige Teil bis zur Stadt zu fahren.
Die Schwellen, mit eingebauter Rutsche, sind nur mehr 150 Meter entfernt.
Da hört man es schon. Ein ziemlich lauter, tiefer Ton. Gleichmäßig.
Wir schauen uns gegenseitig an. Sollen wir an Land paddeln?
Oh nein, wir sind die Strecke schon oft gefahren. Es kann nur harmlos sein.
Das Boot wird schneller. Wir kommen näher.
Da sehen wir es. Eine weiße Gischt, Wellen, sehr hoch und 400 Meter nur weiße, aufgeschäumte Gischt.
Wir können nicht mehr zurück. Es geht über die erste Schwelle. Wir sind 100 % konzentriert. Das Boot beschleunigt auf die dreifache Geschwindigkeit.
Am Ende der Rutsche wird es hochgeschleudert. "Alles festhalten".
Das Boot springt fast bis zur zweiten Schwelle. Angst in den Augen der Kinder.
Wir fahren über die zweite Schwelle, Schreie der Kinder, Lärm, Getöse.
Das Boot stellt sich quer. Es wird von der Rückschlagwelle erfaßt....
Wir versuchen mit dem Paddel, aus dem Strudel heraus zu kommen.
Das Paddel bricht. Die Kinder klammern sich ans Boot. Mein Bruder wirft alles über Bord und schreit: "Wir müssen springen!". Ich schreie: "Nein" und rufe um Hilfe.
Bei diesem Lärm aussichtslos.
Das Boot wird immer tiefer in den Fluß eingetaucht. Es wird nur mehr Augenblicke dauern.....
Innerhalb von Sekunden, denkt man, "hoffentlich springt, oder wirft es kein Kind in den Fluß. Dann muß man hinein, dann gibts keine andere Möglichkeit. Man hat die Verantwortung. Hoffentlich nicht." "Das Leben läuft innerhalb von Bruchteilen von Sekunden im Kopf ab" und immer wieder Schreie und hoffentlich muß man nicht hinein in die Gischt. Man ist kein guter Schwimmer.
Gleich, man spürts wirds passieren.
Da gibt es noch einen Ruck und das halb versunkene, starr liegende Boot schießt aus dem Wasser, talwärts auf den hohen weißen Wellen dahin.
Mit den Händen versuchen wir Richtung Ufer zu paddeln. Nach 300 Meter haben wir es geschafft. Wir ziehen mit letzter Kraft das Boot an Land.
Alle sind wir uns einig. Mit dem Boot fahren wir nicht weiter.
Wir tragen das Boot die letzten fünf Kilometer zum Auto. Ziemlich schweigsam.
Geschockt, gehen wir dahin.
Ich denke, wir werden alle eine längere Zeit keine Bootsfahrt mehr machen.
G. Weber
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